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Gavin Evans

Gavin Evans ist ein britischer Fotograf und Künstler, wohnhaft in Berlin, dessen unverwechselbarer und kompromissloser Zugang zur Porträtfotografie ihn international bekannt gemacht hat. Seine Arbeiten entziehen sich Sentimentalität, Ornament und Pose zugunsten einer strengeren Bildsprache von seltener Unmittelbarkeit, psychologischer Intensität und formaler Präzision. Jedes Porträt trägt die Handschrift eines Fotografen, den weniger der Mythos interessiert als die unverstellte Präsenz seines Gegenübers.

Im Laufe mehrerer Jahrzehnte hat Evans einige der prägenden Persönlichkeiten aus Musik, Film, Theater und Kultur fotografiert, darunter David Bowie, Iggy Pop, Nick Cave, Björk, Daniel Craig, Gary Oldman, Ian McKellen, Juliette Binoche, Ai Weiwei, Jean-Paul Gaultier, Dusty Springfield, Morrissey, Ozzy Osbourne und Terry Gilliam. Zu seinen Auftraggebern zählen unter anderem The New York Times, The Guardian, The Sunday Times, Vogue, Tempo und Esquire. 2015 beauftragte ihn das Edinburgh International Festival mit der Entwicklung der visuellen Identität des größten Kunstfestivals der Welt.

Besondere Bekanntheit erlangte Evans mit The Session — einer vierzigminütigen Porträtsitzung mit David Bowie im Juli 1995, ursprünglich im Auftrag von Time Out entstanden. Brian Eno war während der Aufnahme im Studio anwesend. Die daraus hervorgegangenen Fotografien zählen zu den meistverbreiteten und eindringlichsten Bowie-Bildern überhaupt; sie erschienen auf den Titelseiten von Rolling Stone, Paris Match und Esquire, im Begleitband zur V&A-Ausstellung David Bowie Is sowie auf der Bühne des Musicals Lazarus. Evans’ Fotografien wurden in drei Sotheby’s-Auktionskatalogen abgebildet — eine außergewöhnliche Würdigung, die ihren Rang innerhalb des höchsten Segments des Bowie-Sammelmarktes unterstrich. 2017 nutzte die Recording Academy eines seiner Porträts für die Grammy-Hommage an Bowie. Eines der Bilder aus dieser Sitzung war Bowies persönlicher Favorit: Er bat um einen Abzug für sein Büro in Manhattan und wählte 2012 dasselbe Motiv für Cover und Schlussseite des V&A-Bandes Bowie Is.

Evans’ Werk reicht weit über die Porträtfotografie hinaus. 1992 schuf er dis, ein Schlüsselwerk früher digitaler Kunst, in Auftrag gegeben von der Kelvingrove Art Gallery in Glasgow, mit Texten der Nobelpreisträger Wole Soyinka und Joseph Brodsky sowie des Dramatikers Arthur Miller. Das Werk setzte frühe digitale Verfahren ein, um das heraufziehende Zeitalter kaum mehr wahrnehmbarer Bildmanipulation sichtbar zu machen — ein Themenfeld, das Evans seither kontinuierlich verfolgt.

Darüber hinaus arbeitete Gavin Evans als Regisseur von Musikvideos für verschiedene Künstler und wurde von Partizan Productions sowie RSA Films vertreten.

2021 wurde er der erste Fotograf, der ein Bild als JPEG dauerhaft direkt auf die Ethereum-Blockchain schrieb — unter Verwendung von 25 ERC-721-Tokens und nicht über einen Marktplatz, sondern unmittelbar auf die Chain selbst. Das Projekt Bowie on the Blockchain war eine direkte Antwort auf die Fragilität und Manipulierbarkeit des digitalen Bildes.

Zu seinen fortlaufenden Werkgruppen zählen Touch (2005–heute), ein Konvolut von über 1.500 Fotografien über Berührung, persönliche Grenzen und Körperpolitik in unterschiedlichen Kulturen, sowie Playgrounds (2016–heute), eine Serie über Räume und Rituale einvernehmlichen erotischen Spiels in Berlin.

Parallel zu seiner fotografischen Praxis setzt Gavin Evans seine langjährige Auseinandersetzung mit dem Bild, seiner Manipulation und der Bewahrung von Vertrauen in einer zunehmend von künstlicher Intelligenz und synthetischen Medien geprägten Gegenwart fort. Diese Untersuchung reicht zurück bis zu dis (1992), seiner frühen digitalen Arbeit über die Instabilität von Bild und Information, die viele jener Verunsicherungen vorwegnahm, welche die zeitgenössische visuelle Kultur heute bestimmen. Gegenwärtig findet diese Auseinandersetzung in Bulletin Berlin ihre Fortsetzung, seinem unabhängigen 360º-Broadcasting-Projekt, das darauf angelegt ist, die Integrität des Sichtbaren und Gesagten zu schützen, indem es Schnitte, algorithmische Eingriffe und jene verborgenen Zonen ausschließt, in denen Manipulation stattfinden kann. Ungeschnitten und seiner Struktur nach KI-resistent, ist Bulletin Berlin der jüngste Ausdruck von Evans’ fortwährender Beschäftigung mit der Politik des Bildes und seiner Suche nach Formen, die Präsenz, Verantwortung und Vertrauen bewahren können.

Evans lebt und arbeitet in Berlin. Alle von The Print Room Berlin angebotenen Prints werden von den originalen Masterdateien produziert, vom Fotografen geprüft und mit einem Atelier-Prägestempel versehen, der Authentizität und Herkunft bestätigt.

Für Lizenzen, Presse oder Auftragsarbeiten: info@theprintroom.berlin

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